Tagestipps im Radio

Tagestipps

Freitag 18:00 Uhr HR2

Der Tag

Vergiftete Worte - und alle singen mit?! Naziparolen sind in der Mitte der Gesellschaft angekommen - das Sylt-Video ist nicht das erste Beispiel dafür. Aber der Aufschrei in unserer Gesellschaft zeigt auch: Wir verhandeln über die Grenzen des Sagbaren. Denn die verschieben sich immer wieder. Aber was steckt dahinter, wenn rassistische Aussagen plötzlich im Mainstream stattfinden? Wem hilft das und was können wir dagegen tun? Wer entscheidet eigentlich, was für uns als Gesellschaft okay ist zu sagen - und was ein Tabu? Und führen Worte automatisch zu Taten?

Freitag 19:05 Uhr BR-Klassik

KlassikPlus - Musikfeature

Des Ringes Herr ohne Nibelungen J.R.R. Tolkiens Fantasy-Klassiker und die musikalischen Folgen Von Frank Halbach Wiederholung am Samstag, 14.05 Uhr Am 29. Juli 1954 veröffentlicht ein englischer Sprachwissenschaftler den ersten Band einer Trilogie: "The Fellowship of the Ring", der erste Teil von "Der Herr der Ringe". Der Professor aus Oxford, John Ronald Reuel Tolkien, erschafft eine gigantische Fantasiewelt mit diversen Völkern, erfindet eigene Sprachen und entwirft epische Landschaften. Tolkien gelingt damit der bekannteste Fantasy-Roman der Welt. Es geht darin um einen Ring der Macht, der die Weltherrschaft ermöglicht. Das mag Opernbesuchern und Wagnerkennern irgendwie bekannt vorkommen. Tolkiens voluminöser Fantasy-Schmöker ist zweifelsfrei stark unterwagnert. Und was ist die mit Oscars überschüttete (allein drei für die Musik) Kino-Adaption Peter Jacksons anderes als die moderne Nachfolgekunst großer Oper? Was die Soundtrack-Komposition Howard Shores anderes als von Wagner etabliertes Leitmotiv-Prinzip? Doch die Macht des einen Ringes ist größer, wirkmächtiger und skurriler: Schon im Jahr 1970 erscheint das erste Instrumental-Album mit "Music Inspired by Lord of the Rings". Led Zeppelin, Bob Catley oder Sally Oldfield haben Themen aus "Der Herr der Ringe" aufgegriffen. Der dänische Musiker Caspar Reiff gründete zusammen mit Peter Hall das Tolkien Ensemble, in dem sich Kammermusik mit Oper und britischem Folk mischen. Es gibt eine Symphony No. 1 "The Lord of the Rings" von Johan de Meij und natürlich ein eigenes "Herr der Ringe"-Musical. "Ein Ring, sie zu knechten, sie alle zu finden."

Freitag 20:03 Uhr SRF 1

Hörspiel

Von Dialekt-Hörspiel bis zum Experimental-Stück: Jede Menge Geschichten, die umtreiben und bewegen. 3/3: «Auge um Auge» von Val Gielgud Ein Politkrimi aus dem Kalten Krieg! Eine Denunziation überschreitet mehrere Landesgrenzen und beschäftigt noch die Nachkommen. Um diesen bösen Fluch aufzuheben, muss die Familie Hunter ihren Feind mit denselben Waffen schlagen.Budapest im Jahr 1956: In Ungarn bricht ein Aufstand des Volkes gegen die russische Besatzung aus. Der Bankier Tibor Hunter und seine Frau Maria müssen so schnell wie möglich mit ihrer Tochter Anna das Land verlassen und sich in England in Sicherheit bringen 13 doch die Grenzen sind zu. Tibor und seiner Tochter gelingt die Flucht mithilfe eines englischen Bankierskollegen. Maria aber verschwindet auf mysteriöse Weise Jahrzehnte später heiratet Tibors Tochter Roger Gale, den Sohn ebendieses Bankiers. Aber nicht nur das Gespenst der Flucht schwebt noch über der Familie 13 Tibor Hunter hat inzwischen auch herausgefunden, wer damals für das Verschwinden seiner Frau verantwortlich war. Neben der Liebe zu seiner Tochter treibt ihn seither nur eines an: sich am Denunzianten zu rächen. Dieser dreiteilige Retrokrimi des britischen Autors Val Gielgud geht nicht nur in die Augen, sondern auch in Mark und Bein! Mit: Leopold Biberti (Tibor Hunter, vormals Hunyadi), Eva Portmann (Maria, seine Frau), Ursula Rieck (Anna, seine Tochter), Valerie Steinmann (Hilda Fairweather), Suzanne Geyer (Miss Deane), Berthold Toetzke (Roger Gale), Jürgen Grützmann (Bill Summers, Journalist und TV-Interviewer), Max Knapp (Verkäufer), Lotte Marquardt (Peggy Wace), Jürgen Cziesla (Sandy Cameron), Adolph Spalinger (Janos Pasztor), Elmar Schulte (Telefonstimme, Arzt), Walter Bremer (Hotelportier), Sylvia Rhomberg (Airhostess), Rick Parsé (Flugzeugcaptain), Joachim Ernst (Inspecteur Jean Perroquet), Eva Maria Duhan (Madame Perroquet), Sibylle Brunner (Mariette Gallet), Hans H. Hassenstein (Laszlo Callas), Hilde Ziegler (Odette Mercier, Zimmermädchen), Buddy Elias (Garçon) u.v.m. Hörspielfassung und Übersetzung: Hans Hausmann - Musik: Hans Moeckel - Regie: James Meyer - Produktion: SRF 1967 - Dauer: 37"

Freitag 20:05 Uhr Deutschlandfunk

Das Feature

Bin ich der, der ich sein will? Bei Jonathan Safran Foer in Brooklyn Von Simone Hamm Regie: Claudia Kattanek Produktion: Deutschlandfunk 2017 Mit 25 schrieb Jonathan Safran Foer seinen ersten Roman: "Alles ist erleuchtet". Das Buch über einen jungen Amerikaner, der zusammen mit einem großmäuligen ukrainischen Übersetzer und einem pupsenden Hund in einem klapprigen Auto durch die Ukraine fährt, wird ein Welterfolg. Sein Sachbuch "Tiere essen" macht viele Leser zu Vegetariern. Foers jüngstes Buch, "Hier bin ich", ist sein persönlichstes und zugleich politischstes; ein fast existentialistischer Roman über das langsame Zerbrechen einer Ehe, einer Familie, ein Roman über Heimat und Heimatlosigkeit, über Juden in Israel und in den USA. Mit seiner Besucherin spricht Jonathan Safran Foer freimütig über Privates, über die Fragen, mit denen er sich herumschlägt: Bin ich so, wie ich sein will? Warum und wie lebe ich in Brooklyn, in New York, wo die Menschen permanent miteinander konkurrieren? Bedeutet es mir etwas, Jude zu sein? Gibt es die Beziehung, die nicht ermüdet und nicht zerbricht?

Freitag 21:05 Uhr Deutschlandfunk

On Stage

Spidergawd (NOR) Aufnahme vom 9.3.2024 aus dem UT Connewitz, Leipzig Am Mikrofon: Tim Schauen Hardrock gibt es seit den 1970er-Jahren, doch in der Lesart der 2013 in Norwegen gegründeten Band Spidergawd hat dieser Sound nichts von seiner Energie verloren. Im Gegenteil: Frontmann Per Borten schreibt Stadionhymnen, die auch in Klubs das Publikum entzünden können. Die beiden Gitarristen (Borten und Brynjar Takle Ohr) spielen harte Riffs und die Genre-typischen "Double Leads" genannten, zweistimmigen Linien. Schlagzeuger Kenneth Kapstad ist hinter einer riesigen Rock-Burg verschanzt, erreicht aber mit seinen langen Armen alle Toms und Trommeln. Hallvard Gaardløs schlägt den Bass mit dem Plektrum direkt am Steg an, um den typischen knurrenden Ton zu erzeugen - und dazu spielt Rolf Martin Snustad Bariton-Saxofon. Vier der fünf Männer singen. So entsteht der markante Spidergawd-Sound mit einer Energie, die von den Siebzigern bis ins Heute reicht. Und darüber hinaus.

Freitag 22:04 Uhr WDR5

U 22 - Unterhaltung nach zehn: Liederlounge

Mit Michael Lohse Ein Leben in Liedern - Lars Reichow zum 60. Von Michael Lohse

Freitag 22:05 Uhr Deutschlandfunk

Milestones

Der Prophet Dem Saxofonisten, Bassklarinettisten und Flötisten Eric Dolphy zum 60. Todestag Am Mikrofon: Niklas Wandt Eric Dolphy starb im Juni 1964 mit nur 36 Jahren, zu einem Zeitpunkt, an dem sein Einfluss auf nachfolgende Musiker bereits spürbar war. Bis heute ist sein Spiel von Altsaxofon und Flöte bahnbrechend in seiner Energie und Virtuosität. Zudem hat Dolphy die eher obskure Bassklarinette als eigenständiges Instrument für den modernen Jazz erschlossen - gründelnd, röhrend und merkwürdig sprachhaft. Ende der 1950er-Jahre machte er erstmals in seiner Heimat Los Angeles auf sich aufmerksam, als Mitglied des Chico Hamilton Quintet, wenig später in den Gruppen von Charles Mingus und John Coltrane sowie als Bandleader - etwa 1961 mit der Studioeinspielung "Out There" und dem dynamischen Livemitschnitt "At The Five Spot, Vol.1". Kurz vor seinem Tod entstand "Out To Lunch", Dolphys Album mit dunklem, gespanntem Postbop, der vielen seiner Adepten den Weg in eine spielerische Freiheit gewiesen hat.

Samstag 00:05 Uhr Deutschlandfunk Kultur

Lange Nacht

Das Getränk der Götter Die Lange Nacht vom Wein Von Katharina Palm Regie: die Autorin Wein zählt zu den ältesten Kulturpflanzen der Menschheit. Seine Geschichte geht auf über 8.000 Jahre zurück. Griechen und Römer hatten ihre eigenen Weingötter, die sie verehrten, und auch die drei großen Weltreligionen haben sich des Weins intensiv angenommen. So gilt Noah im Alten Testament als der erste Winzer. Kaum war die Sintflut vorbei, pflanzte er am Berg Ararat die ersten Weinstöcke, kelterte die Früchte und betrank sich mit dem Wein bis zur Besinnungslosigkeit. Eigentlich keine gute Empfehlung für dieses Getränk, dennoch wurde aus ihm dann später im Neuen Testament das Sinnbild für das Blut Jesu. Die Szene des letzten Abendmahls ist bis heute ein großes Thema in der bildenden Kunst. Um ein Haar hätte die amerikanische Reblaus der gesamten europäischen Weinwirtschaft den Garaus gemacht. Die Rettung kam jedoch ebenfalls aus Amerika. Diese "Lange Nacht" beschäftigt sich mit der Kulturgeschichte des Weins, einer neuen Generation von Winzern und auch den Schattenseiten, die der Genuss des Weines mit sich bringt.

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